Bergmannsverein Menteroda

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Lutz Müller

Auszüge aus unserer Festschrift

Titel:

Die Gründung unseres Vereins


Das Ka­li­werk mit sei­nen 1600 Be­schäf­tig­ten hat­te fast ein Jahr­hun­dert das geis­ti­ge und kul­tu­rel­le Le­ben im Ort ge­prägt. Der Berg­bau war das Band, das die Men­schen zu­sam­men­hielt. Mit der Schlie­ßung des Berg­werks wur­de dem Berg­ar­bei­ter­ort nicht nur die Le­bens­ader ab­ge­schnit­ten, auch den Berg­leu­ten droh­te der Bo­den un­ter den Fü­ßen weg zu glei­ten. Kei­ne Ar­beit, kein Aus­tausch von Er­fah­run­gen, kei­ne ge­mein­sa­men Er­leb­nis­se mehr. Vie­len von ih­nen wur­de au­ßer­dem be­wusst, dass es von der Pfle­ge der berg­män­ni­schen Tra­di­tio­nen ab­hän­gen wür­de, ob das Jahr­hun­dert des Berg­baus und die Berg­bau­tra­di­tio­nen für im­mer be­gra­ben und ver­ges­sen oder am Le­ben er­hal­ten wür­den. So gab es gro­ßes In­ter­es­se an der Grün­dung ei­nes Ver­eins. Ziel und Zweck des Ver­eins soll­ten sein, den ehe­ma­li­gen Be­schäf­tig­ten des Ka­li­wer­kes in Men­te­ro­da so­wie in­ter­es­sier­ten Bür­gern die Mög­lich­keit zu ge­ben, in­ner­halb ei­ner gleich­ge­sinn­ten Ge­mein­schaft berg­bau­li­che Tra­di­tio­nen zu pfle­gen und zu er­hal­ten. Auf In­itia­ti­ve von Herrn Joa­chim Bar­witz­ky und Herrn Diet­her Traut­vet­ter (lang­jäh­ri­ge An­ge­hö­ri­ge des ehe­ma­li­gen Ka­li­wer­kes) tra­fen sich 38 ehe­ma­li­ge Berg­leu­te am im Ver­samm­lungs­raum der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr in Men­te­ro­da, um ei­nen Be­schluss über die Grün­dung ei­nes Ver­eins zu fas­sen.

An die­sem Abend wur­de der Berg­manns­ver­ein ge­grün­det. In der Sat­zung wur­den der Zweck und die Auf­ga­ben des Ver­eins for­mu­liert:

Der Ver­ein pflegt die Tra­di­ti­on des am mit dem 1. Spa­ten­stich für die Schacht­an­la­ge des Schach­tes Vol­ken­ro­da in Men­te­ro­da be­gon­ne­nen Ka­li­berg­baus bis hin zu sei­ner Be­en­di­gung im Jah­re mit der Schacht-ver­wah­rung des Schach­tes Vol­ken­ro­da. Er er­hält die Ka­me­rad­schaft und das Brauch­tum der Berg­leu­te al­ler Ge­wer­ke und Ka­li­auf­be­rei­ter. So wie das Brauch­tum in sei­ner ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung ent­stan­den ist und zum kul­tu­rel­len Er­be der Re­gi­on prä­gend ge­hört, soll es auf­ge­ar­bei­tet, ge­pflegt und er­hal­ten wer­den. Um das Ge­den­ken an über 90 Jah­re Berg­bau in Men­te­ro­da/Pö­then wach zu hal­ten, wer­den als äu­ße­re Zei­chen ge­eig­ne­te Er­in­ne­rungs­stät­ten und ein Berg­bau­denk­mal ge­stal­tet.
Mit­glied des Ver­eins kön­nen ak­ti­ve und ehe­ma­li­ge Be­leg­schafts­mit­glie­der der ehe­ma­li­gen Berg­werk­stand­or­te Men­te­ro­da und Pö­then wer­den so­wie de­ren Ehe­part­ner oder Wit­wen. Die Mit­glied­schaft kön­nen Bür­ger, die sich dem Berg­bau ver­bun­den füh­len und In­ter­es­se an den Berg­bau­tra­di­tio­nen ha­ben, er­wer­ben.

Al­le 38 Grün­dungs­mit­glie­der be­an-trag­ten an die­sem Abend schrift­lich die Auf­nah­me in den neu ge­grün­de­ten Berg­manns­ver­ein.

Zum:
1. Vor­sit­zen­den wur­de Herr Diet­her Traut-vet­ter gewählt.
2. Vor­sit­zen­der wur­de Herr Joa­chim Bar­witz­ky gewählt.
Frau El­len Bau­er wur­de zur Schatz­meis­te­rin gewählt.
und Herr Ernst Ot­to zum Schrift­füh­rer gewählt.

Der Berg­manns-ver­ein er­hielt den Na­men Glück­auf Berg­werk Vol­ken­ro­da/Men­te­ro­da e.V. Zum be­son­de­ren An­lie­gen des Berg­manns-ver­eins wur­den die Auf­ar­bei­tung der Ge­schich­te des Ka­li­berg­baus in Men­te­ro­da, die Schaf­fung ei­ner Tra­di­ti­ons­stät­te: Den Al­ten zu Eh­ren, den Jun­gen zur Er­in­ne­rung, - die Durch­füh­rung berg­män­ni­scher Tra­di­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen und die Pfle­ge der Part­ner­schaft in­ner­halb des Lan­des-ver­ban­des der Berg­manns–, Hüt­ten– und Knap­pen­ver­ei­ne Thü­rin­gen e.V. so­wie zu an­de­ren Berg­manns­ver­ei­nen er­klärt. Nach der Grün­dung war zu­nächst viel Ver­wal­tungs­ar­beit zu er­le­di­gen. Au­ßer­dem brauch­ten die Ver­eins­mit­glie­der künf­tig auch ein „Zu­hau­se“, ei­nen Ver­eins­raum.

Der Vor­sit­zen­de des Ver­eins, der Ka­me­rad Diet­her Traut­vet­ter, stell­te als Ge­schäfts­füh­rer der Men­te­ro­da Re­cy­cling GmbH die nö­ti­gen Räum­lich­kei­ten im Ge­schäfts­ge­bäu­de der Fir­ma in Aus­sicht. Am fand die 1. Mit­glie­der­ver­samm­lung im Ver­samm­lungs­raum in der Kin­der­ta­ges­stät­te statt. Zu die­sem Zeit­punkt zähl­te der neu ge­grün­de­te Ver­ein be­reits 76 Mit­glie­der, von de­nen 53 er­schie­nen wa­ren. Die Mit­ar­bei­ter der Men­te­ro­da Re­cy­cling GmbH schu­fen in kur­zer Zeit ei­nen Ver­eins­raum – ge­nannt „Füll­ort“ - im Kel­ler des ehe­ma­li­gen Ver­wal­tungs-ge­bäu­des des Ka­li­wer­kes und jet­zi­gem fir­men­ei­ge­nen Ver­wal­tungs­ge­bäu­de, der von da an als Ver­an­stal­tungs­ort für Ka­me­rad­schafts­aben­de dient.
Am wur­de ein Nut­zungs– und Ge­stat­tungs­ver­trag zwi­schen der Men­te­ro­da Re­cy­cling GmbH und dem Berg­manns­ver­ein Glück­auf Berg­werk Vol­ken­ro­da/Men­te­ro­da e.V. ab­ge­schlos­sen. In der Prä­am­bel des Ver­tra­ges wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Fir­ma Men­te­ro­da Re­cy­cling GmbH der letz­te knapp­schaft­li­che Be­trieb ei­ner 90–jäh­ri­gen Ka­li–Berg­bau­tra­di­ti­on in der Re­gi­on ist. Es wur­de ver­trag­lich fest­ge­legt, dass Ver­ein und Fir­ma das För­der­ma­schi­nen­ge­bäu­de des ehe­ma­li­gen Ka­li­berg­wer­kes, das sich auf dem Ei­gen­tums- und Be­triebs­ge­län­de der Fir­ma be­fin­det, ge­mein­sam rest-au­rie­ren. Der ehe­ma­li­ge Ma­schi­nen­raum des Ka­li­wer­kes und die dar­un­ter lie­gen­den Kel­ler­räu­me soll­ten als Mu­se­um und Tra­di­ti­ons­stät­te her­ge­rich­tet wer­den.

Die Fir­ma ver­pflich­te­te sich, dem Ver­ein zu ge­stat­ten, die­se Räu­me aus­zu­ge­stal­ten und für die Ver­eins­ar­beit und die Ver­eins­fes­te un­ent­gelt­lich und un­be­fris­tet zu nut­zen.

Die Ge­mein­de be­grü­ß­te die vor­be­schrie­be­ne Ge­mein­sam­keit zwi­schen Fir­ma und Ver­ein und ver­sprach, dem Pro­jekt im Rah­men der Mög­lich­kei­ten Un­ter­stüt­zung zu ge­wäh­ren.

Im Jahr be­schloss die Jah­res­haupt­ver­samm­lung ei­ni­ge Sat­zungs­än­de­run­gen, von de­nen ei­ner be­son­de­re Be­deu­tung zu­kam. Der Ver­eins­na­me des Berg­manns­ver­eins wur­de ge­än­dert. Der Ver­ein er­hielt den Na­men: Berg­manns­ver­ein „Schlä­gel & Ei­sen“ Berg­werk Vol­ken­ro­da/Men­te­ro­da e.V. Der Ka­me­rad H.D. Groß be­grün­de­te den Vor­schlag zur Na­mens­än­de­rung da­mit, dass es seit in Men­te­ro­da ei­nen Knap­pen­ver­ein mit 100 Mit­glie­dern na­mens „Schlä­gel & Ei­sen“ ge­ge­ben hat, dass die­ser Knap­pen­ver­ein per Ver­ord­nung im Jahr auf­ge­löst wur­de und der im Jah­re ge­grün­de­te Ver­ein des­sen Nach­fol­ge an­ge­tre­ten hat.
Text: E. Kuschfeldt

Glück Auf!

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